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Steins Hof - Burgstraße 10 - 29556 Suderburg

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Morn ward Schnaps braut...

Eine plattdeutsche Geschichte von L. Henrichs

Nan´n tweiten Weltkrieg, inne feerdiger Johr, hahn de Lüd´ ja kum wat tau eeten, ober wenn se mol fier´n wold - ook nix tau drinken.

Inn´n Haast, wenn de Zuckerrööbm´ op´n Acker riep wiern, wärn ook jümme en poor Rööbm
öber, de dann nich inne Febrik mössen. So häft wi dann als Kinner de midde Schufkoor herholt
und to Hus all uppn Hupen schmäten. De Rööbn wörn wuschen und keputtdreit und in´n groten Grapen kookt. Mit´n ole Preß wör´n de Rööb´m nu utpreßt un ut de brune Supp wör Sirup mokt. Dat wir ganz wat Besonneres, op´t Brot tau schmeern.
Abe ut dan Sud von de Zuckerrööbm könn man ook noch ganz wat anners moken: Schnaps, richtigen kloren Rööbnschnaps. Abe sau ganz eenfach, wie dat Sirupkoken, wär dat nich.
De brune Supp, wi we jümmer sägt heft, mut jo erst mal anne viertein Doge lang gärn, dat´t
sick ook Alkohol bilden kann.
Nu, us Nober Wilhelm, wüß dat alln´s ganz genau, wie dat nu gohn schöll. Als Kinner häv wi
do nu taukeken un gaut besinnen kann ick mik ook noch dor an. He hett dan´n Sud ook in de greunen Gärballons ringoten, betten Geest von´n Bäcker dortau don un boomup ´n Proppen mit´ n Gärrohr rinsteken und inne Stuv an´n warm´ Kacheloven stellt.
Sau, nu günn dat nu dann ook los. No twei Dogen füng dat tau gluksen an un dann jümme mehr.
No twei Weeken wär´t nu dormit Schluß. "Sau" sächt he: "Nu ist´t sauwied, morn ward Schnaps braut." Nu mut man noch sängn, dat dat Schnapsbrauen jo verbohn wirr - de Dörpsschandarm
haar dorop en streng Oog. Obe Manschetten harn de Lüd nich dorvör, wer dan´n Krieg öbelewt har, de har ook keen Bammel ver usen Schandarm.
Abe´n betten Vestäkspeel wär doch dorbie. Dat Destilieren günn jümmer an´n Obend los, bit inne deepe Nacht rin. Sau ook nu hüt. Inne Fudderköök is de Kettel mit Woder upfüllt worden un in dan´n Kettel de Schnapstbrauapperot mitten rinsett´t. Dat Aflooprohr möß derch een Woterputt lopen tau´n affkeulen und am Enne keum, wennt alln´s gaut günn, ook richtig Schnaps rut.
Verweg möß ober de Kettel noch inbeut´t warrn, dat dat Woder ook taun Kooken kummt.
Dat durt denn ook allns recht lang.
Intwischen brennt dat Holt nu ar recht gaut, do kloppt dat anne Dör... Oh Gott wer kummt jetzt? - "Mook up Willem, ick bin dat, dien Nober Walde". "Kumm rin", sächt Willem "un hol´t Muul, glieks geits los". "Jo, ick hef dat al roken öber dan´n ganzen Hoff", sä Walde, "woll blos mol kieken, wie´t sau geit mit dan´n Apperot" und sett´t sick hen upn Bund Holt. Un nu häft se do säten un teuft, datt´t Woder nu allmählich taun koken kummt. "Nu geit los", sä Willem," kannst hörrn wiet bluppt"? "Jo", sächt Walde, "nu witt wi mol kieken, datt ook wat rutkümmt".
Un richtig, no fief Minuten dröppelt de erste Klore ut´t Rohrend´ inne Buddel rin, ganz warm
isse noch. Nu wir de Stimmung gaud. Dropen fer Dropen gün dat nu richtig los. "Walde, du kannst jümme en betten Holt nabeuten, wenn dat dröbbeln nolett", sächt Willem, "ick will mal de tweete Buttel ansetten, düsse is jo meist ar half full". Als nu de tweete Buddel ok meist full wir, sächt Walde: Du Willem, lat uns mal en lütten probiern, nu is he ja ar meist keul genaug".
"Jo, dat häf ick ook grod dacht, gäf mol de lütten Glöser röber, ick schenk do mol wat in.
“Oh, dei is abe gaud," sächt Walde, "dan´n häst abe gaud henkräg´n... obe en lütt betten vedünn´n wit we em man doch, süss is he üs tau scharp taun Drinken." Und sau heft se denn vedünnt und probiert un wedder Holt no legt und wedder probiert, bit nu de richtige Mischung woll anwier.
“Jo so kannst du em loten”, sä Walde,” ick glöv, dat he so gaud is”. Do kloppt dat anne Döör.
Mook de Petroloiumslücht ut, sä Willem, keen dat woll is? Machen Sie doch bitte mal auf, könn´ man von buten all hör´n. Oha sä Walde, dat is de Schandarm. Mook dat Füer ut, sächt Wilhelm, sau jetzt is all´ns vebie... Ja, Tach oog, Herr Wachtmeister, sächt Willen, wat wit´t Sei denn hier, Herr Schandarm? Lassen Sie mich mal rein, das richt ja meilenweit, hier wird doch wohl nicht Schnaps gebraut, oder? Jo, nu wir´d sauwied, de Schandarm käm inne Fudderköök un kiek sick erst mal all´ns genau an. Na, das hätte ich nicht gedacht, zwei ehrbare Bürger brauen Schnaps!
Jo, Herr Schandarm, weet se, ich dacht, ich hev... Nun hören Sie auf zu stottern und schenken mir auch mal einen ein, mal sehen, was Sie da für ein Zeug zusammengebraut haben. Jo gern, gerne, Herr Schandarm; Walde gäv mol dat Glas röber un de Buddel. Un so hätt nun de Schandarm von amtliche Sied ook een drunken. Obe bi dan´n een is´t nich bleven.
No mol een ut de tweten Buddel und wedder een ut de erste. Nu een ut de gemischte und al
wedder een ut de letzte Buddel - und dann is schnackt word´n, keen nu woll beter is, düsse Buddl oder een ut de Büddel. So günn datt de halbe Nacht. All´s watt rutloopen is ut dan´n Brennapperot, häft se da ook veputzt. Als de Schandarm nu endlich mänd, he möß nu ook no Hus, harn se all´ gans good een inne Kiep. Das war ja ein pri pri prima Abend, hätt de Schandarm noch sägt, un
nu günnt af no Hus. Walde un Wilhelm häft sik ankeken un dacht, na dat is jo no mol gaud gohn
mit em.
An annern Dag wir us Schandarm alwedder dor und Willem süt em ar anne Gornport kommen un sächt ver sick hen, wot schall dat denn, wot will hei denn nu alwedder hier. “Na Herr Schandarm, sünd se all wedder nüchtern?” sä Willem. “O ja , es war ein bischen viel, aber gemütlich war es bei Ihnen, was heißt bei Ihnen, sä de Schandarm, ich denk mal, wir wollten uns duzen, das war doch gestern so abgemacht, ich heiße Karl.”
"Jo Herr Schandarm, äh Karl", stottert Willem, "dat nähm ick geern an".- Do klopt dat anne Kökendöör - Walde is buten. "Hest Du Beseuk," frogt he . "Jo sächt Willem, de Schandarm is hier bi mik". "Ach de Karl is door, moin Karl", sächt Walde. "Wiso dutzt Du em"? frogt Willem. "Minsch Willem, we hept doch gisten Obend woll teinmol Breuderschaft drunken mit dan´n Schandarm, weest Du denn dat nich mehr? Du häst en doch jümme op de Schullern kloppt un
sächt, wot he von fei´n Schandarm is." "Ick kann mick gor nich mehr sau recht besinnen", sä Willem, abe wenn Du datt sau sägst, glöv ick dat - un schön wird´ ook". "Mein Fahrrad habe ich gestern Nacht bei Euch vergessen, das wollte ich eigentlich nur holen", sä de Schandarm, "und wenn hier mal wieder so ein Ereignis geplant ist, dann sagt Bescheid, dann bin ich wieder dabei, abschmecken und Holz nachlegen zum Schnapsbrennen - das kann ich auch..."!

 

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Stand: 17.04.2017

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