Eingang - Hof

Steins Hof - Burgstraße 10 - 29556 Suderburg

Beginn
Konditionen
Lage
Besonderheiten
Hobbys
Impressum

De brunen Stäbel oder Stiefel vergehen, Bücher bestehen ( ... eine wahre Geschichte)

von L. Henrichs

Noan Krieg weern in Dütschland swore Tieden. De Lüd harrn nix tau´n eeten und nix antotrecken. Opn Swatten Markt kön‘n man schon wat finnen ober in Seborg geif dat ja noch nich mal so'n Markt. Ik wär domols knapp nägen Johr olt und breuk fonds een poor Schau. Wo schölln wi de nu herkrieg'n? Inne Schaul weer dat koolt - Köhlen und Hold harrn de ok nich taun Inbeuten un de Winne stünn vör de Dör.
Nu, is egol, nege Schau möt`t her, sä min Mudder. Nu wüssen wi von son olen Schauster, de in Ünnelüß wöhnt, de mokt Kinneschau, so ganz näbenbie. Morn feurt wie no dan'n hen und dann wit wi mol mit em snacken, ob he sünne Schau moken kann, wennt nur nich tau dür ward. Nun günn dat ok los, dat wär man nich sau eenfach, dat Hen und Trüch mit de Isenbohn ha ja woll dann ganzen Dag duert.
Nu keu'm we dann ok betied'n an bi dan Schauster. He weer man son lütten spiddeligen Minschen mit` n Brill oppe Näs und en Ledderschött vör, sau kann ick mik hüt noch gaut op em besinnen. Gauden Dag, sä min Mudder, ick bruk een poor neege Schau för min Jung, ick heff emm oog gliek mitbröcht taun anmeeten. Ja dann komm' se mal rein, sä de Schauster. Rebust möt' t se wän und nich tau dür, Geld heff ich nich fäl. Schuhe sagen Sie, sä he, wie wär es denn mit ein Paar Stiefel für den Jungen, gute Frau. Dat mit de gauden Fru, dat könnt se wegloten, dat weit ich sülmst - Stäbel bruckt hei nich, de sind mick ok woll tau dür. Oh Mudder sä ick, Stäbel, de ha ich woll gern, de ha keener in us Schaul. Wott schöt‘t denn de Stäbel kössen, frogt min Mudder.
Nun kosten, nun, Sie wissen ja, die Zeiten, ich habe zwei Kinder und eine kranke Frau, ich sage mal ein Stück Schinken, etwas Speck und ein kleines Tigelchen voll mit Schmalz, sä de Schauster. Und keen Geld frogt min Mudder, nee sägt he, Geld, Geld brauchen wir nicht. Min Mudder
besünn sik, dat let't sik hörrn - gaud, dann mookt se dat sau mit de Stäbel, sä min Mudder, dann nähmt se man jüst dat Mod vonne Feut von min Jung. Hei hol een Stück Papp utte Warkstä, ich möß mine beiden Feut doropstellen und he mol mit`n Bliesticken umme Tön rum. So, sä hei, dann mache ich die Stiefel eine Nummer größer, dann kann er auch im Winter ein Paar Socken drunter ziehen. Nä nä, sä min Mudder, nich een Nummer, dree Nummern grödder, ein poor Johr schall he do jo mit loopen; und een poor Isen mött do rünner, süns het he de Hacken lieges aflopn. Ja Eisen, sä, de Schauster, da müssen Sie aber noch eine kleine Blutwurt drauflegen, gute Frau. Na gaut, do schall dat nun ok nich mehr up ankom`m.
Nu - se sind dan ok übeeen kommen mit de Gröt und mit dat Afholn vonne Stäbel. Anne Dörr sägt min Mudder biet weggahn noch to em, he schöll öber nich de Slöpen för‘t Antrecken vegetten. Ich schicke Ihnen dann eine Postkarte, wenn die Stiefel fertig sind, sä de Schauster, so in etwa fünf Wochen.
Un genau no fief Weeken kummt een Postkort, Sie können Ihre Stiefel abholen, sie sind fertig, habe noch die Hacken und Spitzen verstärkt, dann halten sie länger; bringen Sie man dafür noch ein Pfund fetten Speck mit, wenn Sie kommen. Nun kiek dik düssen Keerl an, sä min Mudder, naja, he will ok läwen und schwor hett he dat woll ok. Annern Dag hät se all's inpackt und boom up een halwe Tofel Schokolad för sine Kinner. Abens als se trüch keim, wär de Freud grod, endlich
ha ik een poor Stäbel, brune Kinnerstäbel mit Isen und Slöpen. Min Mudder hät dann vertällt von de Kinner von dan Schauster, wie se sik glicks öber de Schokolad hermokt heft.
Beeten grod wärn se ja de Stäbel - obe mit Söcken in, wär dat uttoholn. Dat Antrecken weer keen Problem nur dat Uttrecken, dat günn nich alleen und us Stäbelknecht wär veel to grood för Kinnerstäbel. Een lütten Stäbelknecht wär gaut, sä min Mudder, ick go mol tau Stellmokemülle, de kann dat; se nähm ok gliks een Stäbel mit taun anmeten. Als nu Ostern weer, kreig ick een Stäbelknecht ut Holt, för mik ganz alleen. Na'n Winner wörn de Stäbel ok jümme insmeert mit Tron und wechstellt för‘t anne Johr. Väle Johr hef ik de anhatt aber rutwussen bin ik dan uk mol, ober de Stäbel wirn immer noch gaut in Schuß. Nu stün'n se bloß noch rum, de brunen
Stäbel.
In use Noberschaft wohn domals de junge Fru Kruse mit erm Jung Jürgen. De wärn utbombt ut Hannobe und harrn gor nix mehr, noch nich mal en hielen Kookpott. Dan Jürgen kenn ick woll, he günn bi mick inne Schaul, wer ober betten jünger und lüttbetten lüttscher als ik. Will mol kieken,
sä min Mudder, ob de Jürgen in de olen Stäbel paßt, nu kummt wedder de Winde und richtige Schau hätt he ja ok woll nich. Min Mudder snapt sick de Stäbel un günn gau tau Fru Kruse: Ich heff en poor Stäbel för ern Jürgen, dat he keene kolen Feut hätt in Winner, sä min Mudder. Das ist ja eine Überraschung, ich habe mir schon soviel Sorgen gemacht was wohl im Winter werden soll, wenn Jürgen wieder keine vernünftigen Schuhe hat, was soll‘n die denn kosten, ich habe doch kaum mein Auskommen, - Sie wissen ja... Do makt se sick man nich dan' Kopp schwor, sä min Modder, ik schenk Se de, min Jung is dor rutwussen und nu stod't se bloß inne Spießkomme rum, he schall se gliek mol antrecken ich will mol kieken, ob he dorinpaßt. Jürgen haa nu sien Puschen flink uttrocken und flupp, wär he inne Stäbel in - die passen ja prima, sä he, un grien öber dan ganzen Kopp. Wenn ich doch bloß wüßte, wie ich mich erkenntlich zeigen könnte, sä Fu Kruse, ach hier, hier habe ich ein Buch, das konnte ich vor dem Ausbomben noch retten und habe es mitgenommen, ich schenke es Ihnen als kleines Entgeggenkommen.
Is ar gaut, sä min Modder, neum dat Bauk un we günnen na Hus. Ik häv mik dat Bauk dann ok mol ankiekt, dat wir een olt Kookbook, mehr wat för de Frunslüüd; aber mit de oltdütschen Baukstoaben wir dat son Soak, dä harrn wi inne Schaul nich un ick keum domit ook nich so richtig trecht.
No'n poor Doog käm dann Fru Kruse und sä, dat se sik nu nochmols bedanken wull för de schönen Stäbels. Ik häf noch watt for Se, sä min Mudder, günn inne Spießkomme un keum mit'n Stäbelknecht rut, dan'n gäf ik Se noch dotau, dat Ehr Jung ok alleen die Stäbel uttrecken kann und dütt hier, dat schalt Se ok noch häm'm. Min Mudder ha dor noch wat inpackt in Bodderbrotpepier, ik weet aber nich wat, häf ok nich frogt, wär woll wat to'n eeten.
Als ich nu bie't Upklorrn op usen Achteböön dütt ole Bauck weddefunn har, kön'n ik mik genau an de Tied und an de Lüd besinnen.
Dat Bauk häf ick hüt noch, licht nu in' t Beugeschapp - ob ober de brunen Stäbel noch läft, dat glöv ik nich !!
 

 

Steins-Hof, Familie Henrichs,
Burgstraße 10

29556 Suderburg

Stand: 17.04.2017

Telefon:

05826 -

387

Telefax:

05826 -

880040

e-mail:    info@steins-hof.de
Internet:
www.steins-hof.de

[Beginn] [Konditionen] [Lage] [Besonderheiten] [Hobbys] [Impressum]